by Franigo

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Berlin Noir

Berliner Nächte können sehr wild sein, sagt man. Doch diese hatte es besonders in sich. Erinnerungen zersplittert wie ein zu Boden gefallener Spiegel, Gedanken zerrüttet, zusammenhanglose Bilder von schwarzen Fahrzeugen, von seltsamen Befehlen, vom schrecklichen Gefühl, jede Kontrolle zu verlieren.

Kaltes Erwachen

Faegheh AtashinUnd dann ein kaltes Erwachen. Vier junge Menschen, die sich fragend umsehen, die Körper schwer und schmerzend, die Sinne wie benebelt. Ein kühler Raum, karg und abweisend, mit weißen Fließen und Wänden und Decke aus Beton. Dazu weitere vier verwirrende Gestalten, die nur einen kurzen Befehl äußern: „Beschützt uns!“

Jan KoçakNur das junge Mädchen Lina kann der Autorität in diesen Stimmen halbwegs widerstehen. Doch als sie fragt, wo ihre Eltern sind, antwortet eine Frau: „Ich bin jetzt deine Mama“, bevor sie sich mit den anderen durch eine schwere Stahltür zurückzieht. Langsam und schwerfällig erheben sich Alex, Annie und Kevin auch. Sie versuchen, dem Befehl nachzukommen, auch wenn sie nicht einmal ahnen, wen sie vor was beschützen sollen. Doch der Befehl lässt ihnen keine Wahl.

KingSchnell stellen sie fest, dass sie einander vollkommen unbekannt sind. Und dass sie keine Erinnerung daran haben, wie sie an diesen Ort gelangt sind. Annie untersucht sich selbst, da sie vermutet, unbekannten Drogen ausgesetzt worden zu sein, und findet die Male von Fesseln an Handgelenken und Fußknöcheln. Die anderen sind ebenfalls derart gezeichnet. Dann hört sie in der Ferne mit einem Mal Schreie – doch niemand sonst kann das hören.

Sybille ManteuffelAls sie jedoch lauschen, fällt ihnen etwas sehr unangenehmes auf: Die natürlichen Geräusche ihrer Leiber fehlen! Kein Blut rauscht in ihren Ohren, nicht einmal ihre Herzen hören sie schlagen. Und es gelingt ihnen nicht, ihren Puls zu finden!

Blut … so viel Blut

Blutige Lachen bedecken den Boden, ein schrecklicher Anblick. Doch Lina, die das nicht versteht, beginnt mit ihrem Finger darin zu malen – und wird vom köstlichen Geruch überwältigt! Sie fährt mit den Fingern durch den Lebenssaft und leckt sich zum Schrecken der anderen die Hände ab! Und als Alex sie davon abhalten will, kann auch er nicht der Versuchung widerstehen, davon zu kosten!

Die anderen beiden sind entsetzt, vor allem Annie, die sich das alles nicht erklären kann. Stattdessen öffnet sie die andere Stahltür, die in einen dunklen Korridor führt, in dem metallene Rollwagen stehen – auf denen unter weißen Tüchern offenbar Leiber liegen! Dazu ist einer voll von leeren Blutspendebeuteln, was immerhin die Blutlachen erklären würde. Während Annie in der Dunkelheit problemlos sehen kann, muss Kevin das Licht anmachen – das in Annies Augen brennt!

Ihre Rufe locken Lina an, die es lustig findet, dass dort nackige Menschen unter den Tüchern liegen, auch wenn sie „kaputt“ sind. Da in ihren Ohren noch der Befehl klingt, die seltsame kleine Gruppe zu beschützen, versuchen sie, ihnen zu folgen, aber die Stahltür erweist sich als zu solide, obwohl Kevin mit erstaunlicher Körperkraft den Riegel verbiegt. Annie geht weiter in den Korridor und findet einen Lagerraum, von dem eine Treppe nach oben führt.

Ein feuriger Tod

Bevor sie jedoch weiter erkunden kann, stolpert eine Gestalt die Treppe hinab, der Flammen aus der Brust schlagen! Sie geht zu Boden, wirft sich wild umher – und zerfällt zu Asche! Annie weicht zurück, entsetzt von dem Anblick. Doch ihre Neugier gewinnt die Oberhand und sie will gerade eine Probe nehmen, als sie Schritte von oben hört. Schnell verschwindet sie zu den anderen und schließt die Tür hinter sich.

Da ihnen dieser Weg versperrt ist, versuchen sie sich erneut daran, die Stahltür zu öffnen. Alex holt einen der Rollwagen, um das Gestänge wie eine Brechstange zu verwenden. Lina will ihm helfen, doch der Wagen sträubt sich, woraufhin sie in eine wilde Raserei verfällt und ihn mit schier übermenschlicher Kraft zerschmettert! Dann packt sie einen halb leeren Blutbeutel und schlägt ihre Fänge in ihn!

Der Anblick verstört Annie so sehr, dass sie ihr Heil lieber bei jenen suchen will, die sonst noch durch diesen Komplex schleichen. So rennt sie zurück zum Lagerraum und stößt einen schwer bewaffneten Soldaten in schwarzer Kampfmontur um. Gerade bittet sie ihn um Hilfe, da richtet er seine Maschinenpistole auf sie und drückt ab!

Brennende Geschosse schlagen überall um sie herum ein, glühende Spritzer versengen ihre Haut – und Annie sieht rot. Mit einem tierischen Knurren springt sie den Soldaten an und beißt ihn in den Hals, worauf seine Gegenwehr schlagartig erlahmt.

Die anderen kommen hinzu uns sehen Annie, die dem Soldaten das Blut aus der Wunde trinkt. Als sie von ihm ablässt, beginnt er geschwächt nach seinen Waffen zu greifen. Gemeinsam gelingt es ihnen gerade so, ihn davon abzuhalten und zu entwaffnen. Kevin faucht ihn an, ihnen zu sagen, was hier los ist, und seine Antwort jagt einen Schauder durch ihre Leiber: „Verdammte Leerkörper. Ihr müsst sterben für das Wohl der Menschheit!“

Dann versucht er, seine Handgranaten zu zünden, doch Lina beißt ihm in das Handgelenk und trinkt sein Blut, bis er sich nicht mehr rührt.

Fluchtgefahr

Das alles ist zu viel für Annie, die nur noch fort von hier will. Sie stolpert die Treppe hoch, hört oben entfernt Stimmen aus dem ersten Stock und aus einer anderen Richtung Geräusche wie von Tieren in einem nächtlichen Garten. Der Rest folgt ihr, wobei Kevin Theorien spinnt, die sich jetzt nicht mehr um Zombies sondern um Vampire drehen. Annie hofft noch immer auf ein schief gelaufenes Drogenexperiment, doch tief in ihr blüht der Zweifel.

Ein Foyer führt zu einer großen Tür. Offenbar befinden sie sich in einer großen Industriellenvilla, die von einem großen Garten umgeben ist. Im Foyer liegen drei weitere Leichen, die furchtbare Brandwunden in der Brust aufweisen. Sie sind in altertümlichen Livreen gekleidet und scheinen denselben brutalen Brandgeschossen zum Opfer gefallen zu sein.

Da sowohl Lina als auch Annie blutverschmiert sind, suchen sie erst einmal eine Möglichkeit, sich zu säubern bevor sie hinaus laufen. Das Erdgeschoss der Villa ist vor allem für Bedienstete vorgesehen, doch seltsam altmodisch und kaum bewohnt. Lina deutet Alex‘ Rufe falsch und beginnt ein Versteckspiel, doch er findet sie schnell und bringt sie in die Küche, wo Annie sich bereits wäscht.

Nebenan in der Waschküche gibt es eine Dienstbotentür, doch Annie hört dahinter nicht nur Tiere im Unterholz, sondern auch ein Knacken wie von einem Funkgerät. Dennoch schleichen sie hinaus, um diesem Schreckensort zu entfliehen. Annie erlauscht eine Stimme in den Schatten: „Kontakt!“

Schüsse knallen, Brandgeschosse schlagen um sie herum ein, versengen Haut und Kleidung. Alex schießt wild mit der erbeuteten Pistole zurück und trifft den Angreifer. Doch seine Alarmrufe locken lauter Feinde an, die in den Obergeschossen Fenster zerschlagen und wild auf die Fliehenden schießen. Lina wird von unsagbarer Furcht überwältigt und rennt schreiend davon, der Rest folgt ihr geduckt.

Ab durch die Hecke

Auf Linas Spuren finden sie eine Lücke in der Hecke und eine Straße mit parkenden Autos. Alex kann Lina einholen und ein wenig beruhigen, während Kevin sich gleich nach einem Wagen umsieht, den er vielleicht ausleihen könnte. Noch immer peitschen Schüsse durch die Nacht, Geschosse schlagen in Fahrzeuge und setzen sie in Brand.

In all dem Chaos hört Annie quietschende Reifen. Und sieht dann einen alten, verbeulten, bunten VW_Bus auf sie zu rasen. So gerade kann sie noch zur Seite springen, dann hält er neben ihnen und die Seitentür fliegt auf. Dahinter ist eine vermummte Gestalt, die nur einen Satz sagt: „Steigt ein, wenn ihr Leben wollt.“

Alex by Isa

Lina by Isa

Kevin by Isa

Annie by Isa


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